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Zwei Jahre Nammer Dorfladen

Zwei Jahre Nammer Dorfladen – eine Erfolgsgeschichte

Corona-geschuldet ist das Dorfcafé zurzeit geschlossen.

Zusätzliches ehrenamtliches Personal ist gefragt.

Kurt Römming

Porta Westfalica-Nammen. Der Dorfladen feiert seinen zweiten Geburtstag. „Nach dem gewagten Start ins Ungewisse am 16. März 2019,“ so die Vorsitzende des Trägervereins Laurentiuslädchen Heike Bünte, „hat sich unsere Einkaufsmöglichkeit vor Ort erfreulich gut entwickelt. Das Angebot mit den Schwerpunkten Regional und Bio wird geschätzt und angenommen.“ In den Regalen stehen mehr als eintausend Produkte, die den täglichen Lebensbedarf der Kundschaft abdecken.

Begonnen hat alles 2016 mit der Genehmigung des von der Dorfgemeinschaft entwickelten Dorfinnenentwicklungskonzeptes (Diek) durch die Bezirksregierung Detmold. Auf einer in einer Bürgerversammlung erarbeiteten zehn Punkte umfassenden Prioritätenliste stand der Dorfladen damals ganz oben. Außer der Bäckereiverkaufsstelle und dem Blumenstübchen, denen das Laurentius-Angebot bewusst keine Konkurrenz macht, gab es im Dorf keinerlei Einkaufsmöglichkeit mehr.

2017 gründete sich der Trägerverein. Eineinhalb Jahre Vorlauf waren nötig. Dann konnte das Laurentiuslädchen mit dem angegliederten Dorfcafé im früheren Geschäftshaus Hermening gegenüber der St. Laurentius-Kapelle eröffnen. Das Ladenäußere hat mit der als Diek-Projekt im vergangenen Jahr abgeschlossenen Neugestaltung des Kapellenvorplatzes und der Fußgängerverbindung „Böhnen Gang“ sichtbar gewonnen.

140 Mitglieder gehören aktuell dem Trägerverein an und zahlen einen monatlichen Beitrag von zehn Euro. Neumitglieder sind sehr willkommen. In dem Zweipreissystem für Nichtmitglieder und Mitglieder erhalten die „Laurentiuslädler“ einen Preisnachlass, der den Beitrag bei einem Monatseinkauf in Höhe von etwa 80 Euro egalisiert. Helga Hermening gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins und ist Dauerkundin. Sie tätigt im Laden ihren täglichen Einkauf und lobt besonders „das Frischeangebot im Obst- und Gemüsebereich.“ Inga Köker aus Wülpke ist kein Vereinsmitglied und schaut gelegentlich rein: „Ich kaufe gern Bio- und regionale Produkte. Mich spricht besonders die Palette des Selbstvermarktung-Hofes Pape aus Nammen an.“

Erfreulich gut angenommen wurde das angegliederte Dorfcafé, das aber – mit einer Unterbrechung im letzten Sommer – wegen der Corona-Pandemie noch geschlossen gehalten werden muss. Neben den Stammgästen nutzten auch Besucher der St. Laurentius-Kapelle, häufig als Pilger auf dem Sigwardsweg unterwegs, das Kaffee- und Kuchenangebot.

Heike Bünte zeigt sich mit den Geschäftszahlen zufrieden. Im neuen Jahr zählte die Kasse in diesen Tagen bereits den eintausendsten Kunden. Bisher konnte kostendeckend gearbeitet werden. Ein Umsatzplus von 16 Prozent im Corona-Jahr 2020 gegenüber dem Anfangsjahr stimmt positiv. Man passt das Angebot fließend der Nachfrage an. So wurde Tiefkühlkost ins Programm aufgenommen. Gutscheine können ausgestellt werden. Der Schließung der beiden früheren Bankfilialen im Ort wirkt man mit der Möglichkeit entgegen, bei einem Einkauf ab 15 Euro vom eigenen Girokonto bis zu 100 Euro Bargeld abheben zu können. Mit der Pandemie wurde ein Lieferdienst eingerichtet.

Sorgen bereitet das Problem, immer ausreichend Ehrenamtliche für den Verkauf, die Logistik, für Reinigungsarbeiten und für andere anfallende Aufgaben zur Verfügung zu haben. Zurzeit lastet die ganze Last auf 23 ehrenamtlich aktiven Vereinsmitgliedern. Heike Bünte erhofft sich beim Ladenpersonal dringend Verstärkung.  Übrigens: Das angegliederte Dorfbüro, Ansprechpartner für Bürgersorgen, ist trotz Corona durchgehend erreichbar.

Im Gegensatz zu der seit 2015 vom Heimatverein getragenen wöchentlichen Doppelveranstaltung Dorftreff und Wochenmarkt auf dem früheren Schulkomplex, der seit der vorjährigen Saison von der Pandemie „der Boden unter den Füßen weggezogen wurde“, konnte die Öffnung des Dorfladens unter Einhaltung der gesetzlichen Auflagen mit allen Hygienestandards beibehalten werden. Die Ladenzeiten sind dienstags und donnerstags von 9 bis 13 Uhr und 15 bis 19 Uhr und sonnabends von 9 bis 13 Uhr.

 

Gründungsmitglied Helga Hermening schätzt bei ihrem regelmäßigen Einkauf besonders die Frische der Waren am Obst- und Gemüseregal

 

 

 

 

 

Inga Köker aus Wülpke (links) kauft im

Laurentiuslädchen gern regionale- und Bio-Produkte

 

 

 

 

 

Seit zwei Jahren in Nammen unverzichtbar: der vom Verein Laurentiuslädchen getragene Dorfladen gegenüber der historischen St. Laurentius-Kapelle.

 

 

 

Fotos: Kurt Römming

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